Kaffee aus und in Äthiopien – Länder und ihre Sitten
Äthiopien gilt als die Urheimat des Kaffees. Die Äthiopischen Kaffees zählen zu den besten der Welt. Lange bevor der Kaffee über den Jemen nach Europa gelang, hatte sich das Getränk dort schon etabliert und ist seitdem fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Die Legende vom Ziegenhirten, welcher durch seine überaktiven Tiere auf die Kaffeekirsche gestoßen war und seine Entdeckung äthiopischen Mönchen mitteilte, gilt heute fast einvernehmlich als die Entstehung des Kaffees.
Genussvoll wird der Kaffee in Äthiopien – im kulturellen und sozialen Leben spielt dieser eine wesentlich bedeutsamere Rolle als im Europäischen Raum – vor seinem Verzehr in einer Jahrhunderte alten Zeremonie zubereitet. Diese dient weniger dem Kaffeekonsum, als dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Bevölkerung. So werden Probleme besprochen, Streitereien aus dem Wege geschafft oder einfach nur Plaudereien gehalten. Die Zubereitung beläuft sich in drei Phasen, in welcher man damit beginnt die noch grünen Kaffeebohnen auf einer Schale zu rösten bis diese eine dunkle Bräune erhalten. Danach legt man die Bohnen in einen Mörser, i. d. R. aus Holz und zerkleinert diese bis sie fein genug für den Kaffeeaufguss gemahlen sind. Schließlich füllt man die gemahlenen Bohnen in eine Jebanna und brüht diese auf. Die erste Tasse wird bewusst kochend heiß getrunken um den Genuss und das Aroma in seiner vollen Intensität genießen zu können. Während der zweiten Tasse werden Gespräche mit verschiedensten Themen geführt. Ist die Tasse leer, neigt sich auch das Gespräch dem Ende, denn bei der dritten und letzten Tasse werden dem Besucher Wünsche mit auf den Weg gegeben und Abschiedsfloskeln ausgetauscht.

Der Kaffee ist heute Äthiopiens wichtigster Wirtschaft- und Exportfaktor. Das Land zählt mit zu den fünf größten Kaffee-Exporteuren der Welt und liegt mit 60 Prozent Bohnenanteil weit vor anderen Exportgütern des Landes. Zu den berühmtesten Kaffeesorten zählen der Äthiopien Sidamo und der Äthiopien Yirgacheffe.